Mobile Klinik in Betrieb genommen

Seit fast drei Jahren herrscht in der Zentralafrikanischen Republik ein Bürgerkrieg, bei dem sich die überwiegend islamische Séléka und die vorwiegend christliche Anti-Balaka bekämpfen. Darunter leidet in erster Linie die Zivilbevölkerung. Etwa eine Millionen Menschen sind auf der Flucht in ihrem eigenen Land und in den Nachbarländern Kamerun, Tschad und in der Demokratischen Republik Kongo; zahlreiche weitere sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. Doch die Medien berichten kaum über diese Krise.

Wir engagieren uns hier seit zwei Jahren, indem wir das Krankenhaus von Bossembélé, kaum 160 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Bangui, und das weitere 60 Kilometer westlich liegende Hospital von Yaloké unterstützen. Denn das Gesundheitssystem des Landes ist in weiten Teilen zusammengebrochen.

Darüber hinaus haben wir eine mobile Klinik ins Leben gerufen, deren Betrieb wir zuletzt aus Sicherheitsgründen einstellen mussten. Doch seit die zuvor mehrfach verschobenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen zum Jahreswechsel friedlich verlaufen sind, hat sich die Lage etwas beruhigt und es wurde die leise Hoffnung auf ein Ende des Bürgerkriegs geweckt. Aufgrund der Entspannung konnten wir nach dieser Zwangspause wieder mit unserer mobilen Einheit aufbrechen und zunächst zwei Dörfer, die etwa eine beziehungsweise zwei Fahrstunden entfernt liegen, anfahren. Der Schwerpunkt für diesen Einsatz lag auf der Versorgung von Kindern, Frauen und Schwangeren sowie auf der Durchführung wichtiger Impfungen gegen beispielsweise Tuberkulose, Gelbfieber, Masern und Tetanus.

„Die beiden kleinen Gesundheitsstationen der Dörfer Gbadengue und Ndjo haben zuvor die Bewohner über unser Kommen und das kostenlose Versorgungsangebot informiert und so strömten zahlreiche Patienten zu unserer mobilen Sprechstunde“, berichtet der Cap-Anamur-Arzt Philip Eisermann. Gemeinsam mit unserem Logistiker Marius Akpe, den beiden Krankenpflegerinnen Marina Knauf und Kathinka Degen sowie zwei einheimischen Kollegen, die beim Übersetzten halfen, versorgte er rund 100 Patienten an einem Tag. „Dabei ist uns ein Mädchen aufgefallen, das schwer mangelernährt und anämisch war und zudem an Malaria erkrankt war“, so Eisermann. „Wir haben das 8jährige Waisenkind, das bei seiner Tante lebt, umgehend in unser Krankenhaus in Bossembélé gebracht, um sie adäquat versorgen zu können. Auch für das Aufspüren eben solcher kritischen Fälle, ist unsere mobile Klinik wichtig.“

Sofern es die Sicherheitslage erlaubt, werden wir in Zukunft neben diesen beiden Dörfern ein weiteres namens Boudouli mit der mobilen Klinik anfahren. Vom Krankenhaus aus liegen diese Gebiete in nördlicher, in südwestlicher und in südlicher Richtung, so dass wir eine große Fläche abdecken können. Unser Team wird in einem zwei-Wochen-Rhythmus jede der drei Stationen einmal anfahren. Dank fester Termine werden die Dorfbewohner informiert sein, wann die nächste Cap-Anamur-Sprechstunde stattfindet.

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