Zentralafrikanische Republik – erneut heftige Kämpfe

Menschen flüchten vor den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Rebellengruppen und Regierungssoldaten im Raum Bossembélé auf Krankenhausgelände der deutschen Hilfsorganisation Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e.V.

 

28. Dezember 2020

Die Wahlen konnten am 27.12. zwar stattfinden, jedoch nicht in allen Orten. So fanden in Bossembélé und Yaloke, wo Cap Anamur medizinische Einrichtungen betreibt, aufgrund der prekären Situation, keine Wahlen statt.

Selbst an Weihnachten haben wir etwa 40 Verletzte im Krankenhaus Bossembélé behandelt, die durch die akuten Kampfhandlungen betroffen waren.

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22. Dezember 2020

Heute haben wir eine große Lebensmittel-Lieferung für die Schutzsuchenden im Cap Anamur Krankenhaus in Bossembélé, erhalten. Neben der medizinischen Versorgung gehört es zu unseren Aufgaben, in solchen Krisensituationen, die Menschen auch mit Lebensmittel zu versorgen.

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20. Dezember 2020

Seit gestern befinden sich etwa 1.500 Menschen, die vor den bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Rebellengruppen und den Regierungssoldaten geflohen sind, auf dem Krankenhausgelände von Cap Anamur. Die Schutzsuchenden werden von unseren Mitarbeitern vor Ort mit Lebensmitteln versorgt.

Unter den Geflohenen sind auch Verletzte, die medizinisch versorgt werden müssen.

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18. Dezember 2020

In der Zentralafrikanischen Republik sind für Ende diesen Jahres Präsidentschaftswahlen angesetzt.

Neben dem aktuelle Präsident Faustin Archange Touadéra haben sich weitere Kandidaten zur Wahl gestellt. Unter anderem hat sich der ehemalige Präsident François Bozizé, der 2013 abgesetzt wurde, als Präsidentschaftskandidat aufstellen lassen. Seine Kandidatur wurde jedoch von der Wahlkommission abgelehnt.

Aufgrund dieser Ablehnung hat sich Francois Bozizé mit ehemaligen Militärs und Rebellengruppen zusammengetan und marschiert aktuell auf die Hauptstadt Bangui zu. Sein Vorhaben ist es, das die Präsidentschaftswahlen am 27.12. nicht stattfinden. Stattdessen soll eine Übergangsregierung, an der er beteiligt sein möchte, gebildet werden.

In den etwa 200 Kilometer von Bangui entfernten Ortschaften Yaloké und Bossembélé betreibt Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e.V. zwei Krankenhäuser. Seit Donnerstag, 17. Dezember nehmen die Kämpfe zwischen Rebellengruppen und Regierungssoldaten in dieser Region zu.

Heute am 18. Dezember sind beide Ortschaften von den Rebellengruppen eingenommen worden.

Viele Dorfbewohner sind mit Ihren Familien aufgrund der kämpferischen Auseinandersetzungen geflohen. Auch auf das Krankenhausgelände von Cap Anamur haben sich mehrere Hundert Menschen geflüchtet um sich dort vor den Angriffen zu schützen.

Die Projektmitarbeiter von Cap Anamur koordinieren derzeit die Versorgung dieser Menschen und sind im unmittelbaren Austausch mit der Projektkoordination im Kölner Büro.