Projekte

Afghanistan

Afghanistan leidet unter einer extrem hohen Mutter-/Kindersterblichkeit. Deswegen bilden wir junge afghanische Frauen aus ländlichen Regionen zu staatlich anerkannten Hebammen aus. Parallel dazu läuft ein analoges Projekt für Krankenschwestern, die neben medizinischer Basisversorgung auch Aufklärungsarbeit über die Bedeutung von Impfungen, Hygiene und Ernährung leisten.

Darüber hinaus haben wir mit dem Krankenhaus in Imam Sheshnor eine weitere baufällige medizinische Einrichtung in Stand gesetzt, die wir nun auf dem Weg in die finanzielle Unabhängigkeit unterstützen.

In Afghanistan war Cap Anamur bereits in der Zeit von 1987 bis 1989 tätig.

Bangladesch

Im Norden von Bangladesch stärken wir das medizinische Versorgungsnetz. Gemeinsam mit der Regierung und lokalen NGOs unterstützen wir sieben Krankenhäuser in den Distrikten Joypurhat und Naogaon mit Medikamenten und Material. So können wir die Versorgung von 10.000 Patienten im Monat sicherstellen. Sie alle zählen zu den sogenannten ultra poors, den Ärmsten der Armen. Darüber hinaus engagieren wir uns in einer Schule für Kinder mit Behinderungen.

Libanon

Mehr als 1,2 Millionen registrierte syrische Flüchtlinge leben derzeit im Libanon, dazu kommen mehrere Hunderttausend, die nicht erfasst sind. Bei einer Bevölkerung von etwa vier Millionen Libanesen macht das fast ein Drittel aus. Die Auswirkungen dieser Situation sind vielerorts spürbar, denn die gesamte Logistik des Landes arbeitet an der Grenze ihrer Belastbarkeit.

Es gibt unzählige Flüchtlingssiedlungen, die über das ganze Land verteilt sind und meist an den Stadträndern liegen. Besonders viele sind es im Großraum um Sidon, der viertgrößten Stadt des Landes. Hier liegt der prozentuale Anteil der Flüchtlinge bei über 50 Prozent.

Wir haben zunächst Siedlungen identifiziert, die keine oder nur selten Hilfe erhalten haben und organisieren für die hier lebenden Menschen den Transport in die medizinischen Einrichtungen, in das Labor oder die Krankenhäuser. Momentan ermöglichen wir monatlich rund 1.000 ärztliche Konsultationen sowie die dann erforderlichen Zusatzleistungen, medizinischen Behandlungen und notwendigen Medikamente für die Syrer, Palästinenser und auch für die sozial schwache libanesische Bevölkerung. Darüber hinaus organisieren wir kleine Reparaturen in den Siedlungen. Dabei geht es meist um Wasserpumpen oder Geräte für die Müllbeseitigung, um die hygienische Situation zu verbessern und Krankheiten vorzubeugen.

Nepal

Nach dem verheerenden Erdbeben im April 2015 begann unser Team mit dem Wiederaufbau: Mithilfe unseres einheimischen Bau-Teams haben wir zwei neue, erdbebensichere Schule für die Kinder der Bergdörfer Judeegaun und Chandeni gebaut. Um die Wasserversorgung der Schulen sicherzustellen, bohrt unser Team zum Abschluss der Arbeiten zwei Brunnen, die die Schüler und auch Teile der Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser versorgt.

Sierra Leone

Seit Jahren rangiert das vom Bürgerkrieg und der Ebola-Epidemie traumatisierte Land auf den letzten Plätzen des Human-Development-Index der Vereinten Nationen, zählt also zu den am geringsten entwickelten Ländern.

In Freetown betreuen wie das Straßenkinderprojekt Pikin Paddy, bei dem sich unsere Sozialarbeiter dafür einsetzten, Kinder in Familien zu vermitteln und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen.

Um dem durch die Ebola-Epidemie stark angeschlagenen Gesundheitssystem des Landes auf die Beine zu helfen, unterstützen wir seit Juli 2015 das Hospital von Makeni mit Bau- und Renovierungsmaßnahmen, medizinischem Equipment sowie Personal.

Unser erster Einsatz in Sierra Leone war von 1988 bis 1999. In 2009 sind wir zurückgekehrt nach Sierra Leone.

Somalia

Seit Beginn des Jahres engagiert sich Cap Anamur in Somaliland, einer Region im Nordosten Somalias. Die Menschen hier leiden unter einer verheerenden Dürre. Besonders betroffen ist die ländliche Bevölkerung. Unser Team leistet Nothilfe in den ländlichen Regionen und versorgt die Menschen, die zurück geblieben sind, vor allem Frauen, Kinder und Ältere, mit Wasser. Mit unseren Lastwagen erreichen wir wöchentlich rund 1.225 Familien und verteilen 136.000 Liter Trinkwasser.

Um die Wassernot langfristig einzudämmen, planen wir neben der Notversorgung den Bau von Brunnen, was in dieser Region eine große Herausforderung ist. Tief im Untergrund mancher ausgetrockneter Flussläufe lässt sich noch Wasser finden, doch die meisten Brunnen sind längst versiegt. Parallel erkundet unser Team, ob sich unter diesen erschwerten Bedingungen in ländlichen Gebieten Gesundheitsposten oder -center einrichten und betreiben lassen, um so die abgelegen lebende Bevölkerung auch medizinisch zu versorgen. Denn aufgrund der fehlenden Trinkwasserquellen verschlechtert sich die medizinische Situation dramatisch.

Parallel startet unser Team die medizinische Versorgung der Menschen mit einer mobilen Klinik.

Sudan

Seit fast 20 Jahren versorgen wir die Menschen in den Nuba-Bergen medizinisch. Im Krankenhaus von Lwere, einem Dorf inmitten der Nuba-Berge, behandeln wir monatlich über 6.000 Patienten, die mit Malariainfektionen, Verbrennungen oder auch Verletzungen durch Bombensplitter zu uns kommen.

Um auch Bewohner entlegener Dörfer zu erreichen, haben wir im Radius von über 100 Kilometern um Lwere ein Versorgungsnetz aus mittlerweile sechs medizinischen Einrichtungen eingerichtet. In diesen sogenannten Health Centern behandeln wir bis zu 14.000 Patienten monatlich.

Syrien

Cap Anamur betreibt allein in Syrien drei Krankenhäuser, in denen die Menschen umfassend behandelt werden: Neben einer Poliklinik, in der mehrere Fachärzte im Einsatz sind, betreiben wir ein Hospital mit Gefäßchirurgie.

Darüber hinaus haben wir auf syrischer Seite in unmittelbarer Nähe eines Flüchtlingslagers an der jordanischen Grenze eine Container-Klinik eingerichtet, in der wir uns um syrische Familien kümmern, denen der Grenzübergang versagt bleibt.

Viele Syrer sind bereits nach Jordanien oder in den Libanon geflohen: Unweit der syrischen Grenze betreut Cap Anamur in den jordanischen Städten Irbid und Mafraq zwei Polikliniken. Mit unserem Projekt im Libanon ermöglichen wir den hier lebenden syrischen Familien, die rund ein Drittel der Bevölkerung ausmachen, durch den Transport in Krankenhäuser und die Bezahlung der Versorgung und Medikamente eine medizinische Behandlung.

Zentralafrikanische Republik

Im Krankenhaus von Bossembélé fehlte es an Medikamenten, es gab keinen Strom und kaum Nahrungsmittel, weil der öffentliche Transport aufgrund des nicht enden wollenden Bürgerkriegs völlig zusammen gebrochen war. Deshalb haben wir das Krankenhaus wieder in Betrieb genommen und unterstützen es mit Medizin, technischem Equipment und Personal. Die Neubauten der Pädiatrie sowie der Abteilung für Innere Medizin sind bereits fertig gestellt. Zudem helfen wir in dem Krankenhaus in Yaloké mit Material und Arznei aus.

Seit einigen Monaten bauen wir von unserem Krankenhaus in Bossembélé als zentralen Standort ein satellitenartiges Netzwerk aus Gesundheitsposten, mit dem Menschen in ländlichen Gebieten erreicht werden.

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